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Interview mit Kickbox-Weltmeister Dominik Haselbeck

Heute im Proteinratgeber Interview: “The White German Bull” Dominik Haselbeck, 16-facher Weltmeister im Vollkontakt-Kickboxen. Der Neufarner kämpft im Boxstall Steko, bekannt aus Steko’s Fight Night, der größten Deutschen Kickbox-Veranstaltung, die Live auf Sat1 übertragen wird.

Hallo Dominik! Danke, dass du dir Zeit für ein kleines Interview nimmst. Gleich zur ersten Frage: Wie bist du zum Kickboxen gekommen?

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Ich hab früher viele Sportarten ausprobiert: Fussball, Hockey, Motorcross und dann hab ich Einzelsport als richtige Sache für mich entdeckt weil man dort auf sich gestellt ist. Nicht wie im Fussball mit 10 anderen. Zu der Zeit hab ich mit dem Boxen angefangen. Ich wollte dann später auch noch was mit den Füßen machen. Und so ich eben zum Kickboxen gekommen.

Welche Voraussetzungen sollte ein Kickboxer mit sich bringen?

Jeder, der Interesse am Kickboxen hat, kann das mal ausprobieren. Es ist ja auch wirklich ein super Sport um abzunehmen. Und es muss auch nicht jeder kämpfen – es kämpfen die wenigsten. In meinen Augen ist es einfach das beste Ganzkörpertraining weil – wo trainierst du so viele Körperteile als beim Kickboxen? Beim Fussball sind es ja die Füße, die am meißten beansprucht werden. Ein anderer Sport geht vielleicht mehr auf die Hände – und beim Kickboxen wird halt immer alles trainiert.

Grundvoraussetzungen müssen beim Kickboxen nicht gegeben sein. Es trainieren auch welche, die sehr übergewichtig sind um mit der Sportart einfach nur Gewichtsreduzierung zu machen. Wenn du aber irgendwann an der Spitze sein willst, musst du natürlich schon bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Weil es kann sein, dass man auch mal über 12 Runden kämpfen muss. Dann braucht man schon ein bisschen Ausdauer.

Wie sieht ein typischer Trainingstag aus?

Wir haben ungefähr 10 Trainingseinheiten die Woche. An 4 Tagen trainier ich 2x, an 2 Tagen 1x und an einem ist Pause. Das ist auch der Grund warum ich aktuell keine Zeit für eine Familie habe. Ich möchte alles 100-prozentig machen und eine Familie würde dann einfach hinten anstehen. Sport ist einfach mein Leben und steht an 1. Stelle.

Kannst du Trainingstipps für Kraft-Ausdauer bzw. Schnelligkeit geben die man Zuhause oder im Fitness-Studio anwenden kann?

Ich würde Schattenboxen mit einem kleinen Hantelgewicht anfangen. Vielleicht mit 0,5 kg starten und später mit 1 oder 1,5 kg. Wenn du mit Gewichten trainierst wirst du später automatisch schneller.

Wie sieht deine Ernährung in der Wettkampfsphase aus?

Dadurch, dass ich immer in verschiedenen Gewichtsklassen kämpfe heisst es: Immer wieder abnehmen! Es ist nur immer die Frage, wie viel ich abnehmen muss. Wenn ich die schweren Gewichtsklassen kämpfe muss ich weniger abnehmen. Aber so wie damals im Mai, als ich den Weltrekord geschafft habe, mussten insgesamt 15 Kilo runter. Das ist halt schon Wahnsinn und man muss sich wirklich überlegen, ob man sich das wieder antut. Aber so 6 bis 8 Kilo muss ich immer abnehmen – das ist aber auch kein Problem.

Ich schau, dass ich 2 Monate vor dem Kampf extrem einschränke. Mir ist es lieber, 2 Monate vollkommen auf Essen, Trinken und meine Aktivitäten zu schaun, als wie immer. Aber es gibt auch welche, die machen das anders. Abraham aus der Boxschmiede macht das wie ich, weil man halt nicht immer verzichten will.

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Wie bereitest du dich mental auf einen Boxkampf vor? Gibt es noch so etwas wie Lampenfieber?

Mein Trainer informiert sich über den Gegner und ich mach dann das was er meint, wie man am besten mit ihm kämpft. Lampenfieber hab ich mittlerweile nicht mehr weil ich ja schon sehr oft im Ring gestanden bin. Am Anfang ist man natürlich nervös. Ein gewisser Druck ist aber immer da – nur der wird mit der Zeit Routine.

Du hast unter anderem ein Interview für Lavita, ein Vitalstoffkonzentrat, gegeben. Wie ist deine Einstellung zu Eiweißpulver & Co.?

Lavita ist wirklich sehr gut. Das erzähl ich nicht nur weil sie mich unterstützen, sondern es ist wirklich so. Ich sehe es bei extremen Leistungen bei 2 Einheiten am Tag bin ich damit nicht mehr so müde und erschöpft wie davor. Wenn ich Krafttraining mache, nehme ich auch Eiweißpulver, das bringt mir schon etwas.

Welche Sporternährung ist deiner Meinung nach für Kickboxer sinnvoll?

Ich kann Lavita empfehlen und Eiweissdrinks.

Mit deinem Projekt “Kick for Future” bietest du als Coach Mental- und Motivationstraining an. Wie sieht eine typische Traingsstunde in der Praxis aus?

Schnell zusammengefasst is es mental und Motivationstraining für Jugendtliche, Junge Erwachsene, Schüler, Angestellte und auch Manager. Das Projekt soll auf den Weg in die Zukunft unterstützen und helfen, eigene Ziele zu setzen und selbst an sich zu glauben. Kickboxen ist auch dabei – aber nur zum Kennenlernen. Ich geh damit auch in die Schulen – die Kinder und Jugendlichen sollen sehen, dass Kickboxen nicht nur wildes draufhauen ist, sondern zeigt auch die Zusammenarbeit mit dem Trainer. Es gibt Regeln, man muss als Team zusammenarbeiten. Aber wie gesagt: Es ist kein Kickboxtraining sondern Mental- und Motivationstraining.

Was sind deine schönsten Erlebnisse als Kickboxer? Hast du einen Lieblingskampf / Sieg?

Der allererste WM Titel zählt natürlich wahnsinnig, auch wenn es vielleicht nicht der beste Kampf war. Die großen Highlights waren, als ich zum ersten Mal in allen 3 großen Weltverbänden Weltmeister geworden bin. Und jetzt natürlich dieses Jahr im Mai der Weltrekord. Es hat in dieser Sportart noch nie zuvor jemand geschaft in 4 Gewichtsklassen gleichzeitig Weltmeister zu sein.

Du bist aktuell 16facher Weltmeister im Profi-Kickboxen. Welche Ziele strebst du noch an?

Möglichst noch ein paar WM-Titel holen und schaun, dass es noch ein paar Jahre gut läuft. Ich wünsche mir auch, dass Kick for Future sich noch immer weiterentwickelt um noch mehr Menschen zu unterstützen.

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